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Günter Beer, Herausgeber .B-APPs und Gründer FOODPHOTO FESTIVAL
Stevan Paul (rechts) und Günter Beer Buchmesse 2016

Fragen an den .B-APPs™ Entwicker Günter Beer



Du bist den meisten als Fotograf der international erfolgreichen Culinaria-Buchreihe und Feinschmecker-Fotograf bekannt.  Warum wechselt du jetzt von der Foodfotografie zur Produktion von iPhone-Apps?
Günter: Tu ich ja gar nicht. Ich bin weiterhin Fotograf. Nur dass ich jetzt neben Büchern und Zeitschriften auch in Apps veröffentliche. Die sind einfach eine wunderbare Weiterentwicklung des Kochbuchs. 

Ich glaube, das musst du erläutern.
Günter:  Für mich stand schon immer der Nutzwert meiner Bilder an erster Stelle. Natürlich soll ein Food-Foto schön aussehen und Appetit machen. Aber was habe ich davon, wenn ich das Gericht dann nicht kochen kann? Wirklich rund wird die Sache doch erst, wenn ich sehe, wie das zubereitet wird. Und da erklären Fotos mehr als tausend Worte. Dafür sind iPhone-Apps einfach wie geschaffen. Dazu kommt die mobile Nutzbarkeit: Ich hab alles, was ich wissen muss, immer dabei, im Supermarkt, im Restaurant, im Urlaub. Oder der ganze Flow: Ein Dinner planen, aussuchen, entscheiden, einkaufen, lagern, vorbereiten, zubereiten, servieren ..... Der gesamte Ablauf in meiner Hand, nie was vergessen, das ist klasse. Das kann kein Kochbuch. 

Jetzt gibt es bereits 65.000 Apps im iTunes-Store. Glaubst du, dass deine da noch gebraucht werden.
Günter: Wenn ich in dem deutschen App-Store nach „Rezepte“ suche, dann kommen knapp dreißig Antworten. Das sind zum Teil Gimmicks, die schaust du einmal an und löscht sie wieder, oder es sind aus dem Internet zusammengesaugte Rezeptsammlungen unterschiedlichster Qualität, die sich als Kochbuch ausgeben. Es scheint da einen Wettbewerb zu geben, wer mehr Rezepte anbietet: viertausend, zehntausend ...
Wer braucht das? Ich will nicht alle Rezepte bei mir haben, sondern die besten. Die ich am meisten liebe, die Leckersten. Also: iPhoneApps brauchen nach meiner Überzeugung ein hohes redaktionelles Niveau. Mindestens so hoch wie gute Bücher.  In der Auswahl der Rezepte, der Aufbereitung und der medienspezifischen Präsentation. Zum Glück arbeite ich da, wie schon im Buch- und Magazinbereich mit den besten Autoren zusammen.

Die meisten Apps werden für 79 Cent pro Download angeboten. Wie willst du da wirtschaftlich arbeiten.
Günter: Das geht nicht. Den Preis können nur Leute machen, die eine Resteverwertung betreiben. So sehen deren Apps dann auch aus. Meine  .B-Apps treten  im Segment „Qualität“ an. Sie werden originär für das iPhone und Touchscreen Geräte entwickelt, nutzen deren Funktionalitäten von Mobilität, Audiovisualität und Kommunikation bis zur Personalisierbarkeit, sind absolut langlebig und vermitteln eine ganz neue Nutzer-Erfahrung. Vom Gebrauchswert her konkurrieren sie mit den besten Büchern. Und im Vergleich zu  denen sind sie günstig.

Welche Apps dürfen wir in nächster Zeit von dir erwarten?
Günter: Nach „Italiens Küche“ kommt „Yoga2go“. Kochen ist ja nicht die einzige interessante Beschäftigung im Leben.

Interview: Buchmesse Frankfurt 2009